Hintergründe
Die Grundidee

Die Grundidee zu Schule im Allgemeinen und zu Cooperative Learning im Besonderen ist, dass der Unterrichtende seine Aufgabe darin sieht, Lernenden Erfolg zu ermöglichen.

Jede unterrichtliche Aktivität zielt darauf ab.

 

Lob statt Tadel

Wie oft erwischen wir Schüler bei Verhaltensweisen, die wir nicht in Ordnung finden. Besondere Aufmerksamkeit erlangt ein Schüler garantiert, wenn er sich richtig daneben benimmt: In besonderen Fällen nehmen der Schulleiter und der Abteilungsleiter ihn wahr und Lehrer opfern im Rahmen einer Klassenkonferenz sogar ihre unterrichtsfreie Zeit für ihn.

"Catch them when they are good" steht im Kontext zum Grundgedanken und gewährt Schülern zunächst erst einmal dann die besondere Aufmerksamkeit, wenn sie sich "gut" verhalten. Was Lehrer (und die Schüler) bisher als "normal" ansahen, wird erwähnenswert: Pünktlichkeit, höfliches und hilfsbereites Verhalten, Konfliktlösung ohne Gewalt, besondere fachliche, soziale, methodische oder persönliche Leistungen, usw..

Die Veröffentlichung dieses Verhaltens (z.B. am Baum des Erfolges) verstärkt das Lob und damit das Erfolgsgefühl und sorgt dafür, dass sich dieses Verhalten verfestigt.

 

Vor dem Problem dasein!

"Ich kenne meine Pappenheimer!" Wer kann das nicht von sich sagen, insbesondere, wenn er lange im Beruf ist. Wir alle kennen -auch aus unserer eigenen Geschichte- typische Verhaltensweisen von Schülern. Wenn sich unsere Schüler aber dann so "typisch" verhalten, sind wir dennoch manchmal sehr unvorbereitet.

"Vor dem Problem da zusein" bedeutet, schon mit einem unerwünschten Verhalten zu rechnen und sich beim Eintritt der Befürchtung nicht aufzuregen, nicht entsetzt oder gar kopflos zu sein, sondern eine geplante -vielleicht für die Schüler überraschende- Reaktion in der Tasche zu haben. Dazu ein paar Beispiele:

Ich weiß, dass ... Meine Planung für diesen Fall:
... meine Schüler gerne schwätzen. Also gestalte ich den Unterricht so, dass sie miteinander reden können und dabei zu einer Problemlösung kommen.
... Schüler mit geringem Selbstwertgefühl schnell auffällig werden.

Ich richte zu Beginn des Schuljahres "Glanzstunden" ein, in denen jeder Schüler mit einer besonderen Leistung glänzen kann. (Die darf auch kriminell sein. Eine dann notwendige Korrektur leite ich in den Folgestunden ein.)

 

... Menschen gerne bewundert werden wollen. Ich sorge für Gelegenheiten, in denen die Menschen, die ich führe, positive Rückmeldungen erhalten und etwas für ihr Selbstwertgefühl bekommen können (bevor sie sich selbst diese Gelegenheit schaffen).
... Menschen und insbesondere Schüler Gruppen benötigen, zu denen sie sich zugehörig fühlen und die ihnen Sicherheit geben.

Ich fördere Gruppenprozesse und Teamarbeit in meinem Unterricht und übe mit meinen Schülern auch soziale Fähigkeiten, die ein reflektiertes, erfolgreiches Arbeiten im Team ermöglichen.



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